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Wie lange wird es die CD noch geben?

 

Schon am Anfang der frühen 80er Jahre, als die CD als Datenträger auf den Markt kam, machten sich Fachleute aber auch die Käufer Gedanken darüber, für wie lange Zeit die Silberscheiben wohl halten würden. Damit war nicht ausschließlich gemeint, wann bzw. welches Medium als Nächstes für die Speicherung von Daten erfunden werden würde, sondern wie es um die mechanischen Eigenschaften bezüglich der Aufbewahrung über einen längeren Zeitraum der damals nahezu revolutionären Erfindung bestellt sein würde. Die Markenhersteller der CDs vertraten von Anfang an die Auffassung, dass mit einer Lebenserwartung von 100 Jahren gerechnet werden kann. Das allerdings unter Voraussetzungen, die ein normaler Haushalt in der Regel nicht erfüllt, sondern eher unter Laborbedingungen in Reinsträumen realisierbar ist.

Ein Stück Zeitgeschichte der Compact Disc

 

Bei der Internationalen Funkausstellung 1981 in Berlin wurden die neuen optischen Speichermedien erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Als Erfinder und Entwickler gelten Sony und Philips, die, wenn auch in mitunter verschiedenen Lösungsansätzen davon ausgingen, dass ihre Produkte ein Verfallsdatum zwischen 10 und 50 Jahre hätten. Bereits bei der Entwicklung der CD, die in den Anfangsjahren von vielen internationalen Elektronikmarken betrieben wurde, hatte man festgestellt, dass die Scheiben rein theoretisch Audiodaten mit einer Spielzeit von mehr als 13 Stunden speichern könnten. Zu dieser Zeit war noch geplant, dass die Scheiben einen Durchmesser von ca. 30 cm haben sollten. Da diese Datenmengen für die Musikindustrie aber dann doch zu groß waren, „schrumpften“ die Entwickler die Scheiben auf das noch heute bekannte Maß, was einer durchschnittlichen Spieldauer von 74 Minuten entsprach. Die erste industriell hergestellte Compact Disc kam dann im Sommer 1982 in den Handel, die gleichzeitig auch das letzte Album der damals legendären Gruppe „ABBA“ war. Interessant auch die Preise von damals, für eine Musik-CD mussten in den Anfangsjahren zwischen 30 und 45 DM hingeblättert werden, die Abspielgeräte kosteten 1984 mindestens 650 DM.

 

 

Das Ende der guten alten LP war besiegelt

 

Wie zu erwarten, kam es in den Folgejahren recht schnell zu einem sehr starken Umsatzrückgang bei den Langspielplatten, der allerdings von der Industrie nicht unerwünscht, sondern eher noch wachstumsfördernd für die gesamte Branche war. Von gut 74 Millionen Langspielplatten im Jahre 1984 waren es sieben Jahre später nur noch gut 23,4 Millionen verkaufter Exemplare, die über deutsche Ladentheken wanderten. Bis 2006 kamen die Vinyl-Scheiben nur noch auf 300.000 Stück. Der Vollständigkeit halber soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass sich die LP besonders in den letzten Jahren einer gewissen Renaissance erfreut, wodurch die Verkaufszahlen immer noch bei knapp einer Million Stück deutschlandweit liegen. Die bedeutenden Qualitätsvorteile der CD bezüglich des optimalen Hörgenusses überwiegen natürlich deutlich, sodass Langspielplatten eher ein angesagtes Trendprodukt für Musiknostalgiker darstellen und hier durchaus noch über viele Jahre ihre Daseinsberechtigung haben.

 

 

Die CD mischt den gesamten Speichermarkt auf

 

Aber nicht nur Musik kam in den 80er Jahren auf handlichen Silberscheiben daher. CDs und später die DVDs eigneten sich schon wenige Zeit nach der Markteinführung hervorragend für Filme aber auch als Datenspeicher für Software und Computerspiele. Wer sich zum Beispiel von den älteren Computerusern noch an so manches Betriebssystem oder Office-Paket erinnert, bei dem man mühsam zig Speicherdisketten mit der Hand auf dem PC installieren musste, weiß, wovon hier die Rede ist. Die Diskettenversion von Windows 98 kurz vor der Jahrtausendwende umfasste immerhin 60 Stück dieser heute als nostalgisch anmutenden Speichermedien, die einen stundenlangen und nervenzehrenden Kraftakt für die User darstellten. Oft waren ärgerliche Fehlermeldungen das Resultat der Mühen und Programmabstürze des Rechners gehörten zum Alltag. Mit der Einführung der CD wurde nun Vieles anders und einfacher für die Computeranwender. Abgesehen davon waren auch die Backup-Möglichkeiten der persönlichen Daten auf den Desktop-PCs bis zur Einführung der Daten-CD ziemlich beschränkt, sodass sich mit der Compact Disc in der IT-Technik völlig neue Möglichkeiten auftaten. Doch schon bald, genauer gesagt im Jahr 1998, gesellte sich ein ganz neues und noch viel kompakteres Speichermedium dazu. Sony führte den Speicherstick ein, der aufgrund seiner Technologie und der geringen Größe völlig neue Anwendungsmöglichkeiten erschloss. Diese Datenspeicher sind heute die ideale Konstellation in der angesagten Ära der Downloads von Musik, Filmen und anderen Medien, die dem User auch für den mobilen Einsatz an jedem Ort der Welt jederzeit zur Verfügung stehen sollen.

 

 

CD, USB-Stick, Memory-Card oder schneller Download – wer macht das Rennen?

 

Überraschenderweise gehen die Meinungen der Computernutzer in die Richtung, dass die CD wohl noch über viele Jahre ihre Daseinsberechtigung haben wird. So, wie es dem eBook bisher nicht vergönnt war, die Marktführerschaft der gedruckten Buchtitel wesentlich zu untergraben, scheint auch die Compact Disc ihr Verfallsdatum noch lange nicht erreicht zu haben. Nicht nur Nostalgiker schwören auf die Silberscheiben, die sich die Musik- und Filmliebhaber sehr gerne in ihr CD-Regal stellen. Wenn von der Musikindustrie bisher oft davon berichtet wurde, dass sich beispielsweise die Anzahl der Downloads in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht hat, ist diese Aussage nur die halbe Wahrheit. Tatsache ist vielmehr, dass dem illegalen Herunterladen aus dem Netz ein Riegel vorgeschoben wurde und jetzt immer mehr User dazu bereit sind, für ihre Lieblingstitel auch zu bezahlen. Es gibt aber auch eine zahlenmäßig breit aufgestellte Klientel mit der Auffassung, lieber etwas „Handfestes“ in Form von Boxen und Editionen zu besitzen, um damit ein optimales Klangerlebnis genießen zu können. Das altbewährte CD-Regal ist also nach wie vor angesagt und die Sammelleidenschaft nicht nur ungebrochen, sondern sie nimmt eher noch stetig zu. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass CDs noch immer zu den Bestsellern bei den Geschenken und kleinen Mitbringseln für zwischendurch zählen. Das Musikmagazin „Blues News“ berichtet sogar, dass in der Praxis viele Leser ihre zuvor heruntergeladenen, persönlichen Lieblingscharts nicht nur auf CD brennen, sondern auch die dazugehörigen Booklets selbst anfertigen und ausdrucken, um alles zusammen abschließend in einem Medienregal ordentlich zu archivieren. Dieser Trend gilt ebenso für Filme, Software, Games oder die Urlaubsfotos, die schon zur Sicherheit dieser oft unwiederbringlichen Daten auf CD gebrannt werden.

Kaum ein anderer Datenträger lässt sich so effizient verwalten wie die gute „alte“ CD. Wenn auch USB-Sticks oder SD-Karten eine bedeutend höhere Speicherkapazität zu bieten haben, erfordert es schon einige Mühe, sie übersichtlich und nach Inhalten getrennt zu lagern. Und wer weiß nach einigen Wochen noch, auf welchem der vielen Sticks denn die dringend gesuchten Titel der Lieblingsband zu finden sind? Hier bietet die CD bedeutend bessere und effektivere Archivierungsmöglichkeiten, auf die mit Sicherheit auch noch in den nächsten Jahren von einem Großteil der Musik-, Film- und Spielefans gern zurückgegriffen wird.

 

 
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